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  • Dec

    31.
    2009
  • Nacktscanner: vermeintlicher Sicherheitsgewinn – massiver Eingriff in die Privatsphäre

    admin

    Der vereitelte Flugzeuganschlag von Detroit scheint den Nacktscannern in den Flughäfen zum Durchbruch zu verhelfen. Weltweit wird deren Einsatz heftig diskutiert, die Niederlande haben am Dienstag bereits die Einführung von Body-Scannern innert der nächsten drei Wochen beschlossen.

    Der vereitelte Flugzeuganschlag von Detroit scheint den Nacktscannern in den Flughäfen zum Durchbruch zu verhelfen. Weltweit wird deren Einsatz heftig diskutiert, die Niederlande haben am Dienstag bereits die Einführung von Body-Scannern innert der nächsten drei Wochen beschlossen.1 Die Piratenpartei lehnt den Einsatz von Nacktscannern entschieden ab, und zwar aus folgenden Gründen:

    1. Der Anteil der vorsätzlich verursachten Flugzeugunglücke beträgt gerade einmal rund drei Prozent.2 Der mit Abstand grösste Teil aller Flugzeugunglücke ist auf menschliches oder technisches Versagen zurückzuführen. Das Potenzial zur Verbesserung der Flugsicherheit durch Terrorismusbekämpfung ist also vergleichsweise sehr klein. Die Gefahr, von einem Blitz getötet zu werden, ist 20 Mal grösser als die Gefahr, einem Flugzeugattentat zum Opfer zu fallen.3
    2. Die Nacktscanner sind alles andere als ein Allheilmittel. Sie verbessern die Sicherheit nur minimal. Viele potenziell gefährliche Substanzen kann auch ein Nacktscanner nicht erkennen. Somit täuscht er Sicherheit vor.4
    3. Gerade der aktuelle Anschlagversuch hat gezeigt, dass menschliche Entscheidungen die Schwachstelle jedes Sicherheitskonzeptes sind. Es ist eine Illusion zu glauben, dass man die Sicherheit an die Technik delegieren kann. Statt in Technik ist in die Ausbildung der Menschen zu investieren.
    4. Last but not least: Die Nacktscanner sind ein Eingriff in die Privatsphäre der Passagiere – selbst wenn nur eine schematische Silhouette auf dem Monitor erscheint. So bringt er zum Beispiel Intimschmuck oder einen künstlichen Darmausgang zum Vorschein.5

    Die Piratenpartei wehrt sich auch gegen das Sammeln und Speichern von Passagierdaten. Diese machen die Fluggäste nicht nur nackt, sondern gläsern. Die sogenannten PNR-Daten6 werden gezielt mit dem Zweck eingeführt, ein Verhaltensprofil jedes Passagiers erstellen, ihn also durchschauen zu können. Die Piratenpartei möchte der Hysterie, die seit den Anschlägen am 11. September 2001 um sich gegriffen hat, entgegentreten. Wir stellen mit Sorge fest, dass freiheitliche Grundrechte Stück für Stück beschnitten werden. Für den im Vergleich zu potenziellen Sicherheitsverbesserungen in anderen Gefahrenquellen sehr bescheidenen Sicherheitsgewinn bei der Terrorismusbekämpfung lohnt es sich unserer Ansicht nach nicht, das in unserer Verfassung verbriefte Recht auf Privatsphäre7 einzuschränken. Wir wollen nicht in einem Staat leben, der seine Bürger auf Schritt und Tritt überwacht und generalverdächtigt.

Submitted by admin on 31 December, 2009 - 00:11

Kommentare

  • Apr

    3.
    2010
  • Dan (not verified)

    Paranoia

    Kann hier nur den Kopf schütteln.. hier meine Meinungen zu euren "Argumenten":

    1. Nur weil deutlich mehr Unfälle durch menschliches oder technisches Versagen verursacht werden als durch Terrorismus, heisst das nicht, dass man das ändern muss.
    2. Selbst wenn ein Nacktscanner die Sicherheit nur wenig erhöht, -wenn er sie erhöht ist er wünschenswert. Ausserdem: Falsche Kameras funktionieren nur als Abschreckung, funktionieren tun sie trotzdem.
    3. "Statt in die Technik ist in die Ausbildung der Menschen zu investieren". Wer sagt, dass sich das gegenseitig ausschliesst? Und wie soll das Flugpersonal denn trainiert werden? Statt auf Monitore den Leuten in die Augen zu sehen?
    4. Als letztes nur noch ne Frage: Wieso interessiert es irgendwen hier, wenn die Sicherheitskräfte eines Flughafens -und niemand sonst- eigenen Körperschmuck oder künstlichen Darmausgang nachsehen können?

    Open for Feedback.

    3 April, 2010 - 16:09
  • Jan

    6.
    2010
  • SwissRobinHood (not verified)

    Nacktscanner

    Die USA erzeugen Terror, Angst und Schrecken in der Welt. Das machen die sehr schlau, indem Sie den Moslems die in Ihrer Vergangenheit viel weniger Menschen getötet haben als die sog. Christen. Die alten Eidgenossen, die für Freiheit gestorben sind, die würden sich heute im Grab umdrehen, wenn sie könnten. Den ganzen Schwachsinn mit den entwürdigenden Nacktscannern, den Zeitaufwand das bezahlen alle Menschen, die gar nie auf die Idee kommen würden, mit bewaffntetem Terror sich und andere zu gefährden. Wehret den Anfängen, die Idee Nacktscanner.....auf keinen Fall!

    6 January, 2010 - 11:53
  • Jan

    2.
    2010
  • einsamer Wolf (not verified)

    Die Aushöhlung der Bürgerrechte

    Je mehr Angst und Terror die westlichen Gesellschaften befallen hat
    seit 9/11 - umso mehr werden die Bürgerrechte abgebaut.

    Der Ueberwachungsstaat rückt näher.

    Dies alles geschieht nur um die Bürgerrechte auszuhöhlen und
    aus dem Bürger wieder ein Untertan zu machen.

    Denn der Terrorismus kommt jenen zugute, welche die Gesellschaft
    ins Mittelalter zurücksenden wollen.

    Wehret den Anfängen !

    2 January, 2010 - 17:53
  • Dec

    31.
    2009
  • Minocula (not verified)

    Das Problem nicht bei der Wurzel gepackt

    Das Problem wird wiedereinmal nicht an der Wurzel gepackt sonder es werden neue "Sicherheitsmassnahmen" auf Kosten unserer Rechte zum Schutz der Gemeinschaft erhoben. Die Ideen werden den "Terroristen" nie ausgehen...unsere Rechte aber schon...

    31 December, 2009 - 12:30
Zur Erinnerung: ACTA wurde erst dank eines Leaks und mittels Wikileaks im Mai 2008 der Öffentlichkeit bekannt! #STOP #ACTA #Piraten
@NaRoCoJa Genau das ist das Ziel der Demo. Wir tun was wir können, um ACTA in die Massenmedien zu bringen.
In einem Monat findet unsere Piratenversammlung im Wallis statt. Datum vormerken: 3. und 4. März! Anmeldung: http://t.co/1eQR4FPx #Piraten
Auch in Schweden protestieren #Piraten gegen #ACTA http://t.co/aHWYs5vz via @falkvinge
>300 Personen werden gegen #ACTA in Zürich http://t.co/nnGgJZkO Lausanne http://t.co/08I5EoBA & Genf http://t.co/b63rMPpY demonstrieren.